Das Veranstaltungsprogramm des Deutschen Landwirtschaftsmuseums 2017

VERANSTALTUNGEN & SONNTAGSFÜHRUNGEN


Entdecken Sie die Sammlungen des Deutschen Landwirtschaftsmuseums aus unterschiedlichen Blickwinkeln immer wieder neu! Hierzu bietet das DLM während der Sommermonate am ersten Sonntag im Monat eine Sonntagsführung zu einem ausgewählten Thema an. Ausgewiesene Experten führen Sie durch unsere Sammlung und erläutern anhand zahlreicher Originalexponate spannende Geschichten zu Landwirtschaft und Agrartechnik.

Neben Sonntagsführungen hat das DLM über das Jahr verteilt Highlights für seine Besucher im Programm. Veranstaltungen wie der Hohenheimer Feldtag und eine Sonderausstellung versprechen erlebnisreiche Momente und garantieren interessante Einblicke in einer der größten Agrarsammlungen der Welt.

Der Eintritt in das DLM beträgt für Erwachsene 4 Euro (Kinder über 10 Jahre 1 Euro), für die Veranstaltungen, Sonntagsführungen und Sonderausstellungen entstehen keine zusätzlichen Kosten.


Sonntagsführung | 2. April 2017, 11 Uhr

Dr. Jürgen Weisser (DLM):

Vor 200 Jahren. Wie das württembergische Königshaus auf die Hungerkatastrophe 1816/1817 reagierte

 
1816 wird in der Geschichtsschreibung das »Jahr ohne Sommer« genannt; die vollen Erntewagen im Jahr 1817 beendeten dann eine der großen Hungerkatastrophen des 19. Jahrhunderts. Das württembergische Königshaus reagierte auf die Krise und gründete 1818 u.a. die »Hohenheimer landwirtschaftliche Unterrichts-, Versuchs- und Musteranstalt«, die Vorläuferin Universität Hohenheim. Zur Musteranstalt gehörte auch erste industrielle Fertigungsstätte für landtechnische Arbeitsmittel in Deutschland, die »Hohenheimer Ackergeräthefabrik«.
 
DLM Standort Garbenstraße 9a
 

Sonntagsführung | 7. Mai 2017, 11 Uhr

Martin Flammer (ehem. Unimog Vertriebstrainer):
 

Faszination Unimog

 
Auch 70 Jahre nach seiner Entstehung hat der Unimog nichts an seiner Faszination verloren. Als landwirtschaftliches Allzweckfahrzeug entwickelt, ist der Unimog heute in vielen Bereichen ein unentbehrlicher Helfer. Von A wie Ackerbau bis Z wie Zweiwegefahrzeug geht Martin Flammer – der ehemalige Leiter des Unimog-Vertriebstrainings – auf Zeitreise durch die weitverzweigte Unimog-Technikgeschichte. Auf seinem Streifzug vorbei an seltenen Originalen darf ein weiterer Stern auf dem Acker natürlich nicht fehlen: Der legendäre MB-Trac. Die Führung verspricht Geschichte und Geschichten aus erster Hand von unserem Daimler-Experten. Da heißt es nur eins: Nicht verpassen!
 
Standort Filderhauptstraße 179, Rotunde
 

Sonntag 21. Mai 2017 | 10 bis 17 Uhr, Führungsbeginn 11 Uhr und 14 Uhr


»Das weiß bald niemand mehr«

Eine Veranstaltung zum Internationaler Museumstag

 
Frauen hatten auf den traditionellen Bauernhöfen ihre eigenen Arbeitsbereiche, konnten trotzdem fast alle anfallenden Tätigkeiten auf dem Hof ausführen. Am internationalen Museumstag führt eine Landfrau vom »alten Schlag« durch das DLM. Lassen auch Sie sich von ihrem Wissen und Erzählungen faszinieren.
 
DLM Standort Garbenstraße 9a – Am internationaler Museumstag ist der Eintritt frei!
 

Sonntagsführung | Pfingstsonntag 4. Juni 2017, 11 Uhr

Jürgen Hummel (Buchautor, Mitglied des Fördervereins des DLM):
 

Von der Sense zum Mähdrescher – Ein Rundgang durch 200 Jahre Getreideernte

 
Der Höhepunkt im bäuerlichen Jahreslauf war und ist die Ernte. Aus gutem Grund nimmt die Geschichte der Getreideernte im Deutschen Landwirtschaftsmuseum einen besonderen Platz ein. So führt dieser Streifzug durch eines der spannendsten Kapitel der Landtechnik: Der Entwicklung der Getreideernte in den letzten 200 Jahren. Während des Rundgangs erleben Sie, wie mit der Einführung erster Ernte- und Dreschmaschinen der Grundstein für den modernen Mähdrusch gelegt wurde. Anhand zahlreicher Originale erklärt unser Technik-Experte außerdem welche Innovationen die mechanische Getreideernte vorangetrieben haben und warum die Dreschmaschine als Königin der Landtechnik gilt. Oder hätten Sie gedacht, dass ein moderner Mähdrescher viele Hundert Arbeiter ersetzen konnte?
 
DLM Standort Filderhauptstraße 179
 

25. Juni 2017 | 11 bis 16 Uhr

 
Wir setzen historische Technik in Bewegung!

 
Heute dreht sich alles um die Technik, die früher auf den Bauernhöfen für allerlei Bewegung sorgte. Gezeigt werden historische Stationärmotoren und die Maschinen, die sie früher angetrieben haben. Sie erleben eine Vielzahl technischer Leckerbissen und staunen über ausgefallene Maschinen, wie mobile Holzsägen, die bis vor wenigen Jahrzehnten in jedem Ort unterwegs waren und heute nur noch im Museum erhalten sind.
 
DLM Standort Filderhauptstraße 179
 

Sonntagsführung | 2. Juli 2017, 11 Uhr

Dipl.-Ing. (FH) Herbert Stelz (Betriebsleiter Heidfeldhof, Versuchsstation der Universität Hohenheim):

Auf ins Freilandlabor – ein Rundgang über die Versuchsstation Heidfeldhof

 
Ob Sonnenblumen, Soja, Mais oder Getreide: Auf den Feldern rund um den Heidfeldhof gedeiht eine bunte Vielfalt an Nutzpflanzen für die Hohenheimer Agrarforschung. Was es mit den verschiedenen Versuchen auf sich hat und welche Fragestellungen dahinter stehen, verrät Agraringenieur Herbert Stelz, Betriebsleiter vor Ort. Erfahren Sie während der Feldbegehung Interessantes über die vielfältigen Aspekte der pflanzenbaulichen und züchterischen Versuche. Eine einmalige Gelegenheit, die es nicht zu versäumen gilt, nur für diese Führung öffnet der Heidfeldhof seine Pforten.
 
Standort Filderhauptstraße 179, von dort geht es gemeinsam zum Heidfeldhof
 

Samstag 8. Juli 2017 | 12 bis 18 Uhr

 

Tag der Offenen Tür der Universität Hohenheim

 
Am Tag der Offenen Tür der Universität Hohenheim eröffnet das DLM am Standort Filderhauptstraße 179 die Sonderausstellung »Zwischen gestern und heute. Landwirtschaftliche Vielfalt nutzen und bewahren«. Der Erhalt der weltweiten Biodiversität, also die Vielfalt der Arten und der Lebensräume mit deren genetischen Reichtum, ist für uns Menschen lebenswichtig. In der Ausstellung der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit und dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung wird die Bedeutung der Landwirtschaft in den Entwicklungsländern in fantastischen Bild- und Texttafeln dargestellt.
 
Parallel zur Ausstellungseröffnung stellt sich am DLM Standort Filderhauptstraße 179 das Hans-Ruthenberg-Institut für Tropische Agrarwissenschaften der Universität Hohenheim (490) vor. Mit 10 Professuren sowie über 100 WissenschaftlerInnen hat das Institut in der deutschen Forschungslandschaft die größte Kapazität in der tropischen Agrarforschung. Für alle Kernbereiche der tropischen Agrarwissenschaften verfügt das Institut über eigene Professuren: Agrarökologie, Nutzpflanzen- und Nutztierwissenschaften, Agrartechnik sowie Agrarökonomie und Sozialwissenschaften. Mit seiner Forschung trägt das Institut dazu bei, die landwirtschaftliche Vielfalt zu nutzen und zu bewahren und damit zur Sicherung der Ernährung und zur Armutsbekämpfung beizutragen. In welchen Bereichen, Ländern und Forschungsprojekten das Hans-Ruthenberg-Institut in den Tropen und Subtropen aktiv ist, können die Besucher an diesem Tag anhand von anschaulichen Beispielen erfahren.
 
An den DLM Standorten Garbenstraße 9a und Filderhauptstraße 179 ist der Eintritt am Tag der Offenen Tür frei!
 

Samstag 16. September 2017 | 11 bis 16 Uhr, Vorführungen auf dem Feld ab 12:30 Uhr

 
Der Stallmist: Das Gold des Bauern!
Düngetechnik im Wandel der Zeit

22. Hohenheimer Feldtag

 
Natürlicher Dünger, Ausscheidungen von Mensch und Tier, sind seit Jahrhunderten der Stoff, der in der Landwirtschaft die Fruchtbarkeit der Böden erhöht.
Bis in die 1960er Jahre wurden Tiere in Ställen auf Stroh gehalten. »Stallmist« war daher die wichtigste Quelle der Pflanzenernährung auf dem Acker und galt als das »Gold des Bauern«.
Seitdem Stroh an Bedeutung verloren hat, fällt organischer Dünger aus der Tierhaltung heute überwiegend in Form von »Gülle« (Kot-Harn-Gemisch) an. Dieser wird als »Flüssigmist« auf dem Acker ausgebracht. In Übermaß und nicht fachgerecht eingesetzt kann Gülle, ebenso wie mineralischer Stickstoffdünger, zu überhöhten Nitratwerten im Grundwasser führen.
Mit moderner Technik umweltgerecht ausgebracht sind Gülle und mineralischer Dünger jedoch die unverzichtbare Grundlage einer ausreichenden Nahrungsmittelproduktion.
Wir zeigen auf dem Feldtag die Entwicklung der Technik für das Ausbringen und Verteilen von Stallmist und von Flüssigmist von der Handarbeit bis zu modernsten GPS- und sensorgestützten Verfahren. Wir versprechen unseren Gästen ein sinnenreiches Erlebnis faszinierender Landtechnik. Statt Flüssigmist wird auf dem Feldtag geruchslose »Ersatzflüssigkeit« eingesetzt.
 
DLM Standort Filderhauptstraße 179
 

Sonntagsführung | 6. August 2017, 11 Uhr

Prof. Dr. Karlheinz Köller (Universität Hohenheim):
 

Vom Haken zum Pflug – zur Entwicklung der Bodenbearbeitung

 
Die Entwicklung der Bodenbearbeitung ist Thema einer Expertenführung durch die weltweit einmalige Pflugsammlung des Deutschen Landwirtschaftsmuseums. Die Zeitreise beginnt beim hölzernen Haken, führt über sämtliche Varianten des Pfluges und endet beim pfluglosen Ackerbau mit Grubber und Kultivator. Erfahren Sie mehr über die Grundlagen der Bodenbearbeitung und die Entwicklung der dazugehörenden Geräte, unter anderem auch in der ehemaligen Hohenheimer Ackergerätefabrik, der Keimzelle des modernen Pflugbaus. Außerdem tauchen Sie ein in die Welt der Dampfpflügerei zur Zeiten Max Eyths. Ob mit oder ohne Pflug – heute wie damals gilt: eine gute Bodenpflege ist die Grundlage für eine reiche Ernte.
 
DLM Standort Garbenstraße 9a
 

Sonntagsführung | 3. September 2017, 11 Uhr

Helmut Gehrung (Landwirt und ehem. Versuchstechniker der Landesanstalt für Landwirtschaftliches Maschinen- und Bauwesen):
 

Nach der Serienreife direkt ins Museum – die mobilen Grünfuttertrockner von Claas, Fahr und Taarup

 
Kaum eine Claas Erfindung ist wie der Claas Grünfuttertrockner »Apollo« bereits kurz nach der Serienreife im DLM gelandet. Die Ölpreiskrise 1973 beendete auch bei den Firmen Fahr und Taarup die Entwicklung und den Bau mobiler Futtertrocknungsanlagen. Zunächst ein interessantes Konzept, direkt auf dem Feld unter Einsatz von Heißluft nährstoffreiche Grasbriketts herzustellen. Aber der stark ansteigende Ölpreis setzte diesen interessanten Projekten ein rasches Ende. Helmut Gehrung, der für die Landesanstalt Agrartechnik unseren »Apollo« im Betrieb testete, berichtet über eine großartige Idee, die über Nacht zum Flopp wurde.
 
DLM Standort Filderhauptstraße 179