Melken und Milchverarbeitung

(DLM-Standort Garbenstraße 9a)

Melken im Wandel der Zeit

Seit der Mensch Tiere domestiziert, hat er von Schafen, Ziegen und Kühen nicht nur Fell und Fleisch, sondern auch Milch gewonnen. Ähnlich wie das Schlachten und Gerben, war über Jahrtausende hinweg das Melken reine Handarbeit. Bis zu 500 Handgriffe waren pro Melkvorgang erforderlich. Erst der mechanische Milchentzug brachte eine wesentliche Arbeitserleichterung und konnte den Vorgang deutlich beschleunigen. Pulsator, Vakuumpumpe und Zitzenbecher mussten aber erst erfunden und im Zusammenspiel gut aufeinander abgestimmt werden, um der Melktechnik zum Durchbruch zu helfen. Diese wesentlichen Bausteine waren zwar schon vor über 100 Jahren bekannt, richtig praxisreif war die Melkmaschine aber erst nach dem Zweiten Weltkrieg. Viele technische Hürden mussten überwunden werden, um die Gefahr von schmerzhaften Verletzungen am Euter auszuschließen. Im DLM dokumentiert die Abteilung „Melktechnik im Wandel der Zeit“ anhand vieler Exponate den langen Weg von der einfachen Milchkanne bis zum High-Tech Melkroboter.


Milchverarbeitung einst und heute
Milch ist ein schnell verderbliches Lebensmittel. Einmal gemolken, muss sie rasch gekühlt oder schnell verarbeitet werden. Bis Kühlwannen und kühlbare Milchwägen Einzug hielten, wurde Milch – meist noch vor Ort – als Käse und Butter „konserviert“. Über Jahrhunderte hinweg stand für die Milchverarbeitung nur einfachstes Gerät zur Verfügung. Rahmbehälter, Stoß- Butterfass und Knetwanne – alle aus Holz – waren die einzigen Hilfsmittel zur Butterbereitung. Erst die Einführung einer verbesserten Milchzentrifuge durch den Schweden Gustaf de Laval verbesserte und beschleunigte die Gewinnung von Rahm als Rohstoff fürs Buttern. Ab dem 19. Jahrhundert setzte sich dann mehr und mehr die Technik auch bei Butterfass und Knetmaschine durch und reduzierte somit den Arbeitsaufwand um ein Vielfaches. Die im DLM ausgestellten Exponate verdeutlichen die Entwicklung vom bäuerlichen Stoßbutterfass bis zur modernen Molkerei.